Mit dem Wohnmobil sicher fahren

Ein schönes großes Wohnmobil bietet einen tollen Komfort für den Autourlaub – aber stellt auch besondere Anforderungen an den Fahrer. Gerade die Umstellung vom gewohnten Kleinwagen vor der Haustür braucht eine gewisse Zeit. Und bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen gelten sogar andere Verkehrsregeln. Hier einige Tipps, damit die Urlaubsfahrt kein Risiko wird.

Großes Wohnmobil auf der Straße - © Norbert Schmitz / pixelio.de

Großes Wohnmobil auf der Straße – © Norbert Schmitz / Pixelio.de

Das ist anders beim Wohnmobil

Wer zum ersten Mal in seinem Leben einen Camper mietet (zum Beispiel hier), sollte den Start langsam angehen lassen. Schon nach einigen Fahrminuten auf einem Parkplatz oder einer ruhigen Wohngegend wird man langsam sicherer und kann sich ins Verkehrsgetümmel trauen.

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Bremsweg: Bei einem schweren Fahrzeug ist der Bremsweg naturgemäß länger als bei einem leichten Pkw. Wie Tests ergeben haben, ist die Strecke von 80 Stundenkilometern bis zum Stillstand beim Wohnmobil rund 30 Prozent länger. Der Fahrer eines Wohnmobils sollte also keineswegs zögern, das Bremspedal kräftig durchzudrücken. Das eingebaute ABS verhindert dann, dass die Reifen durchdrehen.

Lenkung und Kurvenradius: Enge Kurven sind mit dem Wohnmobil eine besondere Herausforderung. Dabei ist es nicht immer leicht, den Abstand zum Fahrbahnrand bzw. zu parkenden Fahrzeugen exakt zu taxieren. Auf Durchfahrten malerischer, aber enger Dorfstraßen sollte der ungeübte Fahrer lieber verzichten. Statt in den Gassen hin und her zu manövrieren ist es sinnvoller, am Ortseingang zu parken und die Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erkunden.

Einparken: Trotz zweigeteilten Weitwinkel-Spiegeln ist ein Wohnmobil vergleichsweise schwer zu überblicken. Das gilt sowohl für das Heck als auch für die Frontpartie. Niemand muss sich schämen, einen menschlichen „Einweiser“ zu bitten, per Handzeichen beim richtigen Manövrieren zu helfen. Sehr nützlich ist übrigens eine Rückfahrkamera, die in viele neue Reisemobile eingebaut ist.

Vom Winde verweht: Wohnmobile sind recht hoch und kaum aerodynamisch. Das macht sie anfällig für Seitenwind und erschwert Überholmanöver. Spürt der Fahrer einen starken Windeinfluss, sollte er die Geschwindigkeit drosseln. Verkehrsschilder, die zum Beispiel auf Autobahnbrücken vor Windeinfluss warnen, sollte man unbedingt ernst nehmen. Wer das Wohnmobil so belädt, dass schwere Gegenstände unten liegen, sorgt für mehr Stabilität während der Fahrt.

Anschnallen und sichern: Menschen, Tiere und Gepäck müssen im Wohnmobil selbstverständlich gut gesichert sein. Auch bei einer heftigen Bremsung dürfen keine losen Gegenstände durch den Innenraum oder vom Dach schleudern. Auf allen eingetragenen Sitzplätzen gilt eine Anschnallpflicht, Ausnahmen gibt es nur für alte Modelle bis Anfang der 1990er-Jahre.

Schärfere Verkehrsregeln für 3,5-Tonner

Für Wohnmobil-Neulinge eignen sich besonders die vergleichsweise kleinen und leichten Modelle. Richtigen Luxus versprechen dagegen die über 3,5 Tonnen schweren Camper. Hier ist das Raumangebot für Schlafen, Wohnen und Kochen in der Regel top. Allerdings darf nicht jeder Führerscheinbesitzer, der seine Prüfung seit 1999 gemacht hat, ein solches „Schlachtschiff“ steuern.

Wichtig sind auch die speziellen Verkehrsregeln, die in Deutschland (aber auch in anderen Staaten) für solche schweren Fahrzeuge bestehen. Für sie gelten die deutschen Lkw-Verkehrszeichen, zum Beispiel für Überholverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen (80 km/h auf Landstraßen und 100 km/h auf Autobahnen).

Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt mit dem Wohnmobil!

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