Zypern – Schnittpunkt der Kulturen

Abtei Bellapais in Nordzypern - © Dieter Schütz  / pixelio.de

Abtei Bellapais in Nordzypern – © Dieter Schütz / Pixelio.de

Ist Zypern ein Auto-Reiseland? Ja und nein. Kaum jemand besucht die Sonneninsel im östlichen Mittelmeer mit dem eigenen Auto. Dagegen ist ein Mietwagen ideal, um in dem 9251 Quadratkilometer großen, zweigeteilten Inselstaat flexibel zu sein. Die meisten Touristen kommen wegen der rund 650 Kilometer langen Küste, die bis in den November hinein beste Bademöglichkeiten bietet.

Orte wie Paphos, Limassol und Ayia Napa versprechen Sonne, Sand und Meer. Oft nur kurze Autostrecken von den Stränden entfernt, erwarten den Urlauber die historischen Zeugnisse zahlreicher Kulturen: Zum Beispiel die Überreste phönizischer, hellenischer, byzantinischer, römischer, venezianischer und osmanischer Geschichte. Berühmt ist unter anderem die antike Stadt Salamis an der Ostküste.

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Zypern lag stets im Schnittpunkt unterschiedlicher kultureller Sphären und Machtansprüche. Das hat das Land geprägt – und ist bis heute so geblieben: 1974 besetzte die Türkei die unter griechischem Einfluss stehende Insel und errichtete im Nordteil die Türkische Republik Nordzypern. Aber spätestens seit dem gemeinsamen EU-Beitritt beider Teile 2004 ist einst gefürchtete Grenze auch für Touristen deutlich durchlässiger geworden. Der weniger besuchte Norden gilt bei Kennern als Geheimtipp mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.

Anreise: Wie gesagt, ist die Anfahrt mir dem eigenen Wagen zwar möglich, aber sehr zeitaufwändig. Nur Nordzypern lässt sich von der Türkei aus erreichen. Es verkehren Fähren zwischen den südtürkischen Orten Alanya und Tasucu auf der einen Seite und der zypriotischen Hafenstadt Girne auf der anderen Seite. Reisende sollten aber beachten, dass der südliche Landesteil, die Republik Zypern, die Nutzung von Häfen des Nordens als illegal einstuft. Daher rät auto-reise-welt.de davon ab, über diese Route in den Süden einzureisen.

Mietwagen: Der typische Zypern-Urlauber kommt mit dem Flugzeug. In allen größeren Ferienorten des Südens kann er dann ein Auto für die weitere Inselerkundung mieten. Ob Sie selbst mit Ihrem Mietwagen aus dem Südteil in den Nordteil fahren dürfen, entscheidet Ihre Verleihfirma. Grundsätzlich ist dieser Weg zulässig, allerdings müssen Sie am Grenzübergang für Ihre Aufenthaltsdauer eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Im Gegensatz dazu ist es verboten, mit einem Mietwagen, der aus dem türkischen Nordteil stammt, in den Süden einzureisen.

Einreisebestimmungen: Trotz der politischen Kontroverse zwischen beiden Teilen Zyperns ist die Einreise recht urlauberfreundlich gestaltet. Im Süden ist ein gültiger Reisepass oder Personalausweis erlaubt, der Norden verlangt einen Reisepass. Damit ist ein Aufenthalt von maximal drei Monaten möglich. Bis zum Alter von 16 Jahren genügt für deutsche Staatsbürger der übliche Kinderreisepass.

Höchstgeschwindigkeit: Abweichend von den deutschen Regelungen, gilt auf Landstraßen Tempo 80 (in Nordzypern 100). Auf Autobahnen ist bereits bei 100 km/h Schluss. Die Südküste ist übrigens erstaunlich gut durch Autobahnen erschlossen. Mautgebühren werden nicht erhoben.

Besondere Verkehrsregeln: Ebenso wie in Großbritannien, Irland und Malta gilt auf Zypern Linksverkehr. Egal, ob mit Mietwagen oder eigenem Auto, erfordert dies auch von einem versierten Fahrer einige Umstellungen. Eine weitere Besonderheit: An Landstraßen parkende Autos müssen im Dunkeln Parklicht eingeschaltet haben. Außerdem gilt auf der Insel von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Hupverbot.

Bis ins Jahr 2006 hatte Südzypern die liberalste Promillegrenze in ganz Europa. Seither wurde der erlaubte Wert von 0,9 auf 0,5 Promille Blutalkohol gesenkt. Er gilt nun auf der ganzen Insel einheitlich.

Reisezeiten: Von Mitte Mai bis Mitte Oktober ist auf Zypern sommerlich warm. Spitzenwerte von 30 Grad und mehr sind keine Seltenheit. Im November werden die Nächte ein wenig frischer, aber es herrscht weiterhin gutes Badewetter. Das Meer ist rund 20 Grad warm. Damit gehört Zypern zu den europäischen Regionen, in denen sich der Sommer am längsten behaupten kann.

Von Dezember bis Februar muss der Besucher mit vermehrten Regenschauern rechnen. Jetzt schöpft die Natur Kraft für die lange Trockenperiode. Im fast 2000 Meter hohen Troodos-Gebirge schneit es von Januar bis März, sodass sogar Skifahren möglich ist. (Im Sommer ist das Gebirge ein ideales Wandergebiet.) Bereits Mitte Februar blühen die Mandelbäume und kündigen den farbenfrohen Frühling an, der sich im April zu voller Pracht entfaltet.

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