Kärntner Oster- und Weihnachtsbräuche

Zu keiner Zeit des Jahres ist das Brauchtum rund um den Wörthersee so lebendig wie zu den christlichen Festen Ostern und Weihnachten. Auch Besucher sind dazu eingeladen, diese besonderen Momente zu teilen.

Ostern in Kärnten © Kärnten Werbung, Fotograf: Steinthaler

Ostern in Kärnten © Kärnten Werbung, Fotograf: Steinthaler

Ausgewählte Osterbräuche

Mit einem geweihten „Palmbuschen“ beginnt die Kärntner Karwoche am Palmsonntag. Und da in Kärnten keine Palmen wachsen, tritt ein Bündel Weidenruten an die Stelle der Palmblätter. Aufgestellte Palmbuschen bringen Glück ins Haus oder sorgen für eine reiche Ernte auf dem Feld.

Zu Karfreitag und Ostersonnabend ist es in manchen Orten Brauch, dass Kinder mit „Ratschen“ (Holzinstrumenten) durch das Dorf ziehen. Die Ratschen ersetzen die Kirchenglocken, die traditionell von Gründonnerstag bis Ostersonntag schweigen. Lautstark „geratscht“ wird viermal am Karfreitag und dreimal am Ostersonnabend. Dies gilt als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

(Anzeigen:)

Am Ostersonntag ist in katholischen Gegenden die 40-tägige Fastenzeit vorüber – dann darf eigentlich wieder nach Herzenslust geschlemmt werden. Bevor aber das Festmahl beginnen kann, ist in Kärnten die Fleischweihe Pflicht: Ein Pfarrer segnet den tierischen Genuss. Zugleich entfernt er die Fastentücher, die während der Fastenzeit den Altar abgedeckt haben.

Advent in Velden - © wKamper.at / pixelio.de

Advent in Velden – © wKamper.at / Pixelio.de

Weihnachtsbräuche

Mit Weihnachtsmärkten, traditionellem Handwerk und Basteleien begehen auch die Kärntner die Adventszeit und bereiten sich stimmungsvoll auf das Weihnachtsfest vor.

An den vier Adventwochenenden feiert Pörtschach seinen „Stillen Advent“ mit Brauchtum, Konzerten und sinnlichen Höhepunkten. Ein Lichterpfad an der Seepromenade sowie offene Feuer sorgen für eine ruhige, eindringliche Atmosphäre. Unvergesslich sind auch die Adventskonzerte in der Wallfahrtskirche Maria Wörth am Südufer des Wörthersees.

Einen ernsten Hintergrund hat das alljährliche Christbaumversenken in Klagenfurt und Velden. Dabei lassen Taucher einen Weihnachtsbaum auf den Grund des Wörthersees absinken. Dieser Brauch soll allen Menschen gedenken, die im See verunglückt bzw. ertrunken sind. Veranstalter des Klagenfurter Christbaumversenkens sind seit den 1960er-Jahren die Taucher des „Ersten Kärntner Unterwasser-Sportclubs“. Es findet jeweils am letzten Sonntag vor Weihnachten statt.

Auch ursprünglich „heidnische“ Riten sind in der Adventszeit verbreitet. Bei den Krampusläufen am 5. Dezember ziehen verkleidete und lärmende Schreckgestalten durch die Straßen. Religiöse Scheuklappen gibt es an diesem Tag nicht: Oft laufen die Krampusse und die christlichen Nikoläuse einfach zusammen.

Werbung: