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Rotwein - (px)

Qualitätsstufen beim Wein

Stehen Sie manchmal hilflos vor dem vollen Weinregal im Supermarkt? Schon in Deutschland kann die große Auswahl den Weinlaien überfordern. Da bleibt oft nur der Griff zur vertrauten Marke. Auf Auslandsreisen fällt sogar diese Verlegenheitslösung flach. Lesen Sie daher hier, was die Qualitätsbezeichnungen auf dem Etikett in den wichtigsten Erzeugerländern zu bedeuten haben. Der Weinexperte mag uns die eine oder andere Vereinfachung nachsehen.

Deutschland

Die deutschen Winzer unterscheiden zwischen drei Hauptkategorien: Tafelwein (diese Bezeichnung darf gemäß 2009 geänderter EU-Verordnung künftig nicht mehr vergeben werden), Landwein und Qualitätswein mit oder ohne Prädikat. Mindestanforderung für die unterste Kategorie, den Tafelwein, ist ein Alkoholgehalt von 8,5 Prozent. Als Landwein wird ein gehobener Tafelwein bezeichnet, in dem sich der typische Charakter eines Anbaugebietes wiederspiegelt.

Weitaus am häufigsten sind Qualitätsweine in folgender Abstufung:

  • Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.). Er weist ähnlich wie der Landwein einen speziellen regionalen Charakter auf.
  • Qualitätswein mit Prädikat (Prädikatswein). Er untergliedert sich in verschiedene Stufen, die sich nach dem Öchslegrad unterscheiden:
  • Kabinett (mindestens 67 Grad Öchsle)
  • Spätlese (mind. 76 Grad Öchsle)
  • Auslese (mind. 83 Grad Öchsle)
  • Beerenauslese (mind. 110 Grad Öchsle)
  • Trockenbeerenauslese (mind. 150 Grad Öchsle)
  • Eiswein (mind. 110 Grad Öchsle und gefrorene Trauben)

Der Öchslegrad ist ein Maß für das Mostgewicht, das wiederum für den Zuckergehalt des Mosts steht. Je höher der Öchslegrad ist, desto süßer und alkoholreicher ist in der Regel der Wein.

Österreich

Das Bewertungsprinzip unseres Nachbarlandes ist dem deutschen System eng verwandt. Auch hier spielt der Zuckergehalt eine zentrale Rolle. Der Gehalt wird in der Einheit KMW (Klosterburger Mostwaage) gemessen.

Tafelweine:
  • Tafel- oder Tischwein (mindestens umgerechnet 63 Öchsle)
  • Landwein (mind. 63 Öchsle)
Qualitätsweine:
  • Qualitätswein (mind. 73 Öchsle)
  • Kabinett (mind. 84 Öchsle)
Prädikatsweine:
  • Spätlese (mind. 94 Öchsle)
  • Auslese (mind. 105 Öchsle)
  • Eiswein (mind. 127 Öchsle, aus gefrorenen Trauben)
  • Strohwein (mind. 127 Öchsle, luftgetrocknete Trauben)
  • Beerenauslese (mind. 127 Öchsle, Trauben mit Edelfäule)
  • Ausbruch (mind. 138 Öchsle)
  • Trockenbeerenauslese (mind. 156 Öchsle)

Andere Bezeichnungen haben eine lokalen Hintergrund. So ist zum Beispiel ein "Federspiel" ein Kabinettswein aus der Wachau. Der berühmte "Heurige" ist ein Wein der letzten Lese und darf diesen Namen bis zum Ende des Folgejahres tragen.

Frankreich

Die Qualitätsstufung ist nicht so eindeutig wie in Deutschland und Österreich. Je nach Region werden teilweise unterschiedliche Kriterien herangezogen. Dennoch erlauben die vier Stufen eine gute Einordnung:

  • Vin de Table: Diese Weine werden aus unterschiedlichen Anbaugebieten miteinander verschnitten. Die Folge ist ein gleich bleibender, für den Konsumenten unverwechselbarer Geschmack.
  • Vin de Pays: Der französische Landwein zeichnet sich oft durch ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis aus. Qualität, Rebsorte und Anbaugebiet werden genau kontrolliert.
  • Vin Delimite de Qualite Superieure (VDQS): Qualitativ hochstehender Wein aus einer klar definierten Anbauregion. Vergleichsweise selten vergebene Kategorie.
  • Appellation d'Origine Controlee (AC, AOC): Streng limitierter Wein aus einem bestimmten Anbaugebiet. Je nach Region werden unterschiedliche Kriterien angelegt.

Italien

In Italien werden offiziell weit weniger Erzeugnisse dem Rang Qualitätswein zugeordnet als in Deutschland. Außerdem ist das Bewertungsschema weniger ausdifferenziert:

  • Vino de Tavola (Tafelwein) ist die niedrigste Qualitätsstufe.
  • Die Stufe IGT (Indicazione Geografica Tipica) vereint ein recht breites Spektrum. Neben einfachen Weinen finden sich einige hervorragende Erzeugnisse, denen eine höhere Auszeichnung nur deshalb verwehrt blieb, da sie nicht aus den vorgeschriebenen Trauben entstanden.
  • Die Etiketten-Aufschrift DOC (Denominazione di origine controllata) kennzeichnet einen hochwertigen Wein mit kontrollierter regionaler Herkunft. Ein Einstufungskriterium ist die Erntemenge pro Flächeneinheit. Ein weniger ertragreicher Wein ist nach diesem Prinzip wertvoller.
  • Weine mit der Bezeichnung DOCG (Denominazione di origine controllata e garantita) erfüllen höchste Qualitätsanforderungen. DOCG ist ein staatlich vergebenes Gütesiegel.

Spanien

Insgesamt sechs Qualitätsstufen und einige Sonderbezeichnungen sind in Spanien gebräuchlich. Wie in Italien, fällt die große Auswahl an deklarierten Tafelweinen auf.

Tafelweine
  • Vino de Mesa (VdM)
  • Vino Corriente; einfacher Schoppenwein, der meist nicht in Flaschen abgefüllt wird
  • Vino de Pasto; einfacher Wein zum Essen, wie Vino Corrriente keine offizielle Qualitätsstufe
  • Vino de la Tierra; oberste Stufe der Landweine mit Mindestalkoholgehalt, vorgeschriebenen Rebsorten und Herkunftsangabe auf dem Etikett.
Qualitätsweine
  • Die Bezeichnung DO (Denominación de Origin) wird für Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung vergeben. Das Prädikat entspricht etwa dem italienischen DOC. Die Zusatzbezeichnung "Reserva" meint eine mindestens dreijährige Lagerungszeit vor dem Verkauf.
  • Die höchste Stufe ist DOCa (Denominación de Origin Calificada). Diese Weine tragen eine eindeutige Herkunftsbezeichnung und müssen vom Erzeuger selbst abgefüllt sein. Sie kommen in der Regel aus dem Anbaugebiet Rioja.

(Foto: © PIXELIO)

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