Unfall in der Stadt: häufig, teuer, unvermeidlich?

Etwa 2,5 Millionen Autounfälle protokolliert die deutsche Polizei jährlich – die meisten davon leichte und mittelschwere Sachschäden im Stadtverkehr. Zerbeulte Kotflügel, abgefahrene Seitenspiegel, eingedrückte Stoßstangen – das sind die typischen Schäden, die die Autoversicherer regulieren müssen. Sie sind der Grund, warum Autobesitzer in der Großstadt eine höhere Versicherungsprämie bezahlen müssen als auf dem Land. Aber ist diese Schadensfülle wirklich unvermeidlich?

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Autokollision - seedo / pixelio.de

Autokollision – seedo / Pixelio.de

Risiken begrenzen

Wo sich viele Autos im Straßenverkehr begegnen, lassen sich Kollisionen tatsächlich nie ganz ausschließen. Aber durch umsichtiges Handeln ist es möglich, einige Gefahrenquellen zu minimieren.

  • Gerade Situationen bei niedrigen Geschwindigkeiten erfordern eine hohe Aufmerksamkeit. Wie die Statistik zeigt, entstehen beim Anfahren, Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren besonders viele Autounfälle.
  • Alkohol und Übermüdung erhöhen die Unfallgefahr erheblich. Etwa zwischen 2 Uhr und 4 Uhr nachts sinkt, physiologisch bedingt, die Aufmerksamkeit der meisten Autofahrer deutlich ab.
  • Parkplatz- und Routensuche in unbekannten Städten erhöhen den Stresspegel und die Unfallgefahr. Wer eine Städtereise mit dem Auto unternimmt, parkt am besten am Stadtrand und steigt dort auf den ÖPNV um.
  • Den Außenspiegel beim Parken einzuklappen, verhindert erstaunlich viele ärgerliche Bagatellschäden. Manche neuen Automodelle klappen die Spiegel elektronisch ein, bei älteren muss der Fahrer manuell zugreifen.
  • Das Ein- und Ausparken ist eine besonders neuralgische Situation. Hier sollte man sich ausreichend Zeit gönnen – aber im Zweifel lieber den nächsten, größeren Parkplatz ansteuern.

Was tun beim Unfall?

Gerade bei kleineren Unfällen versuchen die Beteiligten häufig, den Schaden zu regulieren, ohne die Polizei einzuschalten. Dies spart im Zweifel das Bußgeld für einen Verkehrsverstoß, kann bei späteren Streitigkeiten aber in Nachteile münden. Ein Problem ist, dass sich das Ausmaß des Reparaturbedarfs spontan kaum abschätzen lässt. Bei modernen Autos kann selbst eine Stoßstangen-Reparatur einen vierstelligen Eurobetrag kosten, da im Stoßfänger beispielsweise elektronische Rückfahrwarner verbaut waren. Wer entgegen des Expertenrats ohne die Polizei auskommen will, sollte wenigstens einen Europäischen Unfallbericht ausfüllen.

Ein häufiger Fehler entsteht bei Parkunfällen. Viele Unfallbeteiligte verlassen zu früh den Schauplatz des Geschehens. Wer nicht wenigstens eine halbe Stunde wartet (und danach die Polizei benachrichtigt) gilt im Zweifel als unfallflüchtig. Ein Zettel an der Windschutzscheibe mit den eigenen Kontaktdaten ist vor dem Gesetz leider nicht ausreichend.

Ob und in welchem Umfang die Versicherung für den Schaden aufkommt, ist eine komplexe juristische Frage, die vom persönlichen Verschulden und dem geschlossenen Versicherungsvertrag abhängt. So werden selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug nur dann beglichen, wenn der Autofahrer eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hat – Teilkasko ist nicht ausreichend. Eine Übersicht über Versicherungspflichten und Leistungen gibt es hier. In Deutschland ist nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung obligatorisch, da sie unter anderem unschuldige Unfallopfer schützen soll – alle anderen Versicherungsarten darf der Autobesitzer frei wählen.

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