Ärger mit der Tankregelung beim Mietwagen vermeiden

Tankanzeige

Tankanzeige – eigenes Foto

Über kaum einen Vertragsbestandteil bei der Mietwagen-Übernahme wird so häufig gestritten wie über die Tankregelung. Manche Verbraucher fühlen sich übervorteilt – und haben oft auch Recht mit ihrem Unmut. Im Zentrum der Kritik steht die Regelung, dass das Mietauto mit vollem Tank übernommen wird, aber mit leerem Tank wieder zurückgegeben werden soll. Wie eine genauere Analyse zeigt, sollte man allerdings stets den Einzelfall betrachten.

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Das Modell „voll – voll“

Die am weitesten verbreitete Tankregelung lautet: voll übernehmen – voll zurückgeben. Dieses Modell hat viele Vorteile, vor allem weil es Missverständnisse vermeidet und von vielen Verbrauchern intuitiv erwartet wird.

Wichtig ist bei dieser Regelung, dass der Tank am Urlaubsende tatsächlich wieder voll ist. Dabei kommt es nicht auf einen halben Liter an, den das Auto zwischen der letzten Tankstelle und der Mietstation verbraucht. Meldet die Tankanzeige allerdings einen sichtbaren Fehlbestand, wird der Autoverleiher den Mietwagen auf Kosten des Kunden nachtanken und obendrein eine Servicepauschale abrechnen. Es ist also sehr sinnvoll, am Abreisetag trotz Hektik und Zeitdruck einen finalen Tankstellenbesuch einzuplanen.

Eine Variante dieser Tankregelung sieht vor, dass der Urlauber das Auto mit demselben Füllstand wie am Start zurückgeben soll. War der Tank also anfangs zu Dreivierteln gefüllt, muss er es am Ende ebenfalls sein. Dies erfordert eine Abschätzung per Augenmaß, die grundsätzlich auch zu Streitigkeiten führen könnte. In der Praxis kann der Verbraucher allerdings eher mit einer kulanten Auslegung des Tank-Füllstandes rechnen.

Das Modell „voll – leer“

Vor allem in Spanien, Griechenland und auf den britischen Inseln vertreten nicht wenige Autovermieter ein Geschäftsmodell, das einen leer gefahrenen Tank voraussetzt. Der Kunde ist in diesem Fall gezwungen, bei der Übernahme eines Fahrzeugs eine komplette Tankfüllung zu kaufen. Der Füllstand bei Rückgabe spielt dann keine Rolle. Die Vermieter spekulieren darauf, dass der Kunde den Tank eben nicht völlig leert – weil er im Urlaub relativ wenig unterwegs war oder weil er eine gewisse „Sicherheitsreserve“ nicht verbraucht hat.

In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Autoverleiher deutlich überhöhte Preise für die obligatorische erste Tankfüllung abgerechnet haben. Aber auch wenn fürs Volltanken die realen Marktpreise angesetzt werden, kann diese Regelung insbesondere für Wenig-Fahrer teuer werden. Zum Beispiel auf vielen spanischen und griechischen Inseln bedürfte es schon eines erheblichen Ehrgeizes, den vollen Tank innerhalb einer Urlaubswoche zu leeren.

ABER: Manche Autovermieter mit dieser Regelung operieren mit einem vergleichsweise geringen „Grundpreis“ für den Mietwagen. Wer viel fährt, kann also unter dem Strich sogar sparen! Das A und O lautet daher, die Mietwagenpreise vorher zu vergleichen. Auf Onlineportalen wie mietwagenpreisvergleich.org kann der Urlauber die unterschiedlichen Kalkulationsmodelle auf einen Blick prüfen – und sich für die individuell passende Variante entscheiden.

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