Mit Spikereifen unterwegs

Reifenspuren im Schnee - © Rainer Sturm / Pixelio.de

Reifenspuren im Schnee – © Rainer Sturm / Pixelio.de

Bei uns in Vergessenheit geraten, sind sie in anderen europäischen Staaten noch immer beliebt: die Spikereifen. Zum Beispiel in Österreich, der Schweiz und Frankreich krallen sich diese „stachligen“ Winterreifen weiterhin in den Schnee. Was nur wenige wissen: Sogar in einem kleinen Teil Deutschlands sind Spikes noch heute gestattet.

Pro und kontra Spikes

Spikes sind kleine Stahlstifte, die 1,5 bis 2 Millimeter aus der Reifen-Lauffläche herausragen. Die Stifte bohren sich in eine schnee- oder eisbedeckte Fahrbahn und geben dem Auto so mehr Haftung. Bei freier, trockener Strecke haben die Reifen dagegen eine schlechte Bodenhaftung. Größter Nachteil ist, dass sie dem Asphalt erhebliche Schäden zufügen. Daher sind Spikes in Deutschland seit 1975 streng verboten.

Ausnahme Alpenregion

Eine deutsche Sonderregelung gilt in einem 15 Kilometer breiten Streifen entlang der österreichischen Grenze sowie in dem Landzipfel südlich der Linie Lofer – Bad Reichenhall. In dieser Alpenregion besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit schnee- und eisbedeckter Straßen. Die zulässige Geschwindigkeit mit Spikereifen beträgt hier 50 Stundenkilometer. Die Benutzung von Autobahnen ist tabu.

Spikes in Europa

Die großzügigeren Regelungen in einigen Teilen Europas erklären sich vor allem durch die unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Vor allem in Skandinavien und in den Alpen haben Spikereifen reale Einsatzmöglichkeiten. In Norwegen, Schweden und Finnland ist mehr als jeder zweite Autofahrer so ausgerüstet. Dagegen sind Spikes in Spanien und Griechenland vermutlich nur deshalb gestattet, weil sich niemand die Mühe machte, ein überflüssiges Verbot auszusprechen.

In Österreich sind die Reifen von Anfang Oktober bis Ende Mai erlaubt und müssen an allen vier Rädern montiert sein. Die Spikes dürfen eine Maximallänge von zwei Millimetern aufweisen. Pflicht ist außerdem ein amtlicher Spikesaufkleber am Fahrzeugheck. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h außerorts und 100 km/h auf Autobahnen.

In der Schweiz dürfen Spikes mindestens von November bis April gefahren werden, bei entsprechender Witterung auch länger. Außerorts beträgt die Höchstgeschwindigkeit 80 Stundenkilometer – ein Autoaufkleber muss auf diese Beschränkung hinweisen. Die Autobahnnutzung ist mit den Ausnahmen San-Bernadino-Tunnel und St.-Gotthard-Tunnel verboten.

Weitere Details zu den europäischen Bestimmungen gibt es hier.