Sicherer Autourlaub im ehemaligen Jugoslawien

Kaisermoschee in Sarajevo - © Julian Nietzsche / pixelio.de

Kaisermoschee in Sarajevo – © Julian Nietzsche / Pixelio.de

Kann man da wirklich hinfahren? Für ältere Urlauber verbindet sich der Name „Jugoslawien“ nicht nur mit Balkankriegen, sondern mit Jahrzehnten voller Reiseerinnerungen. Vor allem Istrien und Dalmatien waren stets gute und günstige Urlaubsziele für viele Deutsche. Aber wie sieht es heute aus zwischen Slowenien im Norden und Mazedonien im Süden?

Touristische Infrastruktur

Vor allem an der Adriaküste erwarten die Urlauber zahlreiche Ferienwohnungen sowie Hotels nach internationalem Standard. Auch All-Inclusive-Reisen und Luxusurlaube sind entlang der felsigen Küste oder auf den unzähligen Inseln gar kein Problem. Touristische Magneten sind – heute wie früher – die Halbinsel Istrien mit Pula, Rovinj und Rijeka, weiter südlich unter anderem Zadar, Split und Dubrovnik. Auch die touristischen Highlights im Hinterland Sloweniens und Kroatiens sind meist gut erschlossen und verkehrstechnisch angebunden. Abseits dieser Touristenpfade sind Ferienwohnungen eher Mangelware und die Qualitätsspanne der Hotels sehr breit.

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Sicherheitslage

Nach aktuellen Informationen des Auswärtigen Amtes ist die Sicherheitslage fast überall im ehemaligen Jugoslawien stabil (Stand Ende 2013). Lediglich in Teilen Mazedoniens sowie rund um die Republik Kosovo könnte der Reisende unter unglücklichen Umständen in politische Auseinandersetzungen hineingezogen werden. Eine gewisse Grundaufmerksamkeit ist aber sinnvoll: Da die gesellschaftlichen Konflikte nicht vollständig gelöst sind, könnte sich die weitgehend entspannte Lage wieder verschärfen.

Wie das Auswärtige Amt betont, ist die Kriminalität auch in den ärmeren Regionen Ex-Jugoslawiens verhältnismäßig gering. Vor allem in Serbien droht aber eine erhöhte Gefahr von Autodiebstählen. Auch Reisedokumente werden bevorzugt gestohlen und sollten besonders sicher (nicht im Auto!) aufbewahrt werden.

Ein großes Problem sind noch immer die unzähligen Landminen, die vor allem in Bosnien-Herzegowina und in den angrenzenden Regionen anzutreffen sind. Die meisten Minenfelder sind mit Schildern markiert – aber eben nicht alle. Daher ist es in Bosnien-Herzegowina absolut nicht ratsam, auf eigene Faust die Straßen zu verlassen und unbekanntes Terrain zu erkunden. Diese Einschränkung kann den Urlaubsgenuss für Individualurlauber erheblich mindern.

Tipps für Autofahrer

Manche Balkanurlauber kennen das ehemalige Jugoslawien nur aus der Auto-Perspektive. Schließlich war der berüchtigte „Autoput“ die kürzeste Verbindungsstrecke zwischen Österreich und Griechenland. Wo früher Pkw und Lkw in endlosen Kolonnen ohne Überholchance schlichen, ist die Strecke heute vierspurig ausgebaut und gut befahrbar. Auch die Straßen in den Feriengebieten sind meist in tadelsfreiem Zustand.

Anders ist die Lage vor allem in den Bergregionen Serbiens, Montenegros, Mazedoniens und Kosovos. Hier muss der Autourlauber mit schadhaften und gefährliche Strecken rechnen, auf denen auch die einheimischen Autofahrer für eine erhebliche Unfallgefahr sorgen. Nächtliche Fahrten außerhalb der Städte sollte man daher vermeiden. Bei Verkehrsverstößen werden auch Ausländer zuweilen streng bestraft.

Fazit: Die Nachfolgestaaten Jugoslawiens sind nicht nur eine Reise wert, sondern sind größtenteils sichere Urlaubsländer. Während die Touristenzentren und Großstädte internationalen Hotelstandard bieten, muss man sich im Hinterland auf einfachere Unterkünfte einstellen.

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