Im Dezember ab in den Winter

Skihütte im Dezember - © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de

Skihütte im Dezember – © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio.de

In vielen mittel- und nordeuropäischen Regionen heißt es jetzt: Schmuddelwetter ade – und rauf auf die Skipisten und Loipen. Allerdings führt die allgemeine Klimaerwärmung dazu, dass manches Skigebiet nicht mehr ganz so schneesicher ist wie früher. Wer lange im Voraus gebucht hat, kann auch einmal Pech haben. Wer dagegen kurzfristig anreist, findet den Winter ganz sicher irgendwo in Europa.

Die folgenden Ausführungen beruhen auf langjährigen Erfahrungswerten. Das tatsächliche Reisewetter kann von Jahr zu Jahr erheblich abweichen.

Italien: Die wichtigsten Skigebiete liegen in den Alpen und Dolomiten, zum Beispiel in den Regionen Südtirol, Piemont, Lombardei und Venetien. Mancherorts beginnt die Nebensaison bereits Ende November. Eine sehr interessante Alternative sind die Skigebiete im Gebirgszug Apennin, der weit in den italienischen Süden reicht. Das Wintersportgebiet Campo Imperatore liegt rund 2200 Meter über dem Meeresspiegel – und etwa auf derselben geographischen Breite wie Rom. Von hier bietet sich ein Abstecher in die Hauptstadt geradezu an.

Spanien, Portugal: Das Sonnenland Spanien bietet zwei hervorragende Skiregionen: die Sierra Nevada und die Pyrenäen. Die Sierra Nevada ist die südlichste Wintersportregion Europas. Viele ihrer Pisten beginnen in über 3000 Meter Höhe. Einen reizvollen Kontrast bietet die weniger als 100 Kilometer entfernte Costa del Sol. Selbst im Dezember herrschen hier Höchsttemperaturen von rund 17 Grad, das kaum kühlere Meer erlaubt Abgehärteten sogar ein Bad. Leider regnet es im Winter fast überall auf dem spanischen und portugiesischen Festland recht viel, sodass ein reiner Sonnenurlaub ins Wasser fällt.

Frankreich: In den französischen Alpen locken über 200 Wintersportorte, darunter so wohlklingende Namen wie Chamonix, Alpe ‚d Huez, La Plagne oder Val ‚d Isere. Besonders beliebt ist die Region um den Montblanc, den mit 4807 Metern höchsten Berg Europas. Außer in der Alpen ist außerdem in Pyrenäen, Zentralmassiv, Jura und Vogesen Wintersport möglich. Während in Alpen und Pyrenäen der alpine Skilauf dominiert, hat in den drei niedrigeren Bergmassiven der Langlauf bessere Chancen.

Griechenland: Selbst in Griechenland ist Skifahren ab Dezember möglich. Etwa ein Dutzend Skizentren liegen auf den Bergen Parnassos und Olymp, beide in der Nachbarschaft Athens. Leider ist das umgebende Meer schon zu kalt, sodass ein kombinierter Ski- und Badeurlaub wenig Freude bereitet. Allenfalls auf der entfernten Insel Kreta kann bei rund 17 Grad Luft- und Wassertemperatur und moderaten Regenfällen noch so etwas wie Badestimmung aufkommen.

Österreich, Schweiz: Die beiden wichtigen Winter-Reiseländer feiern etwa Anfang Dezember den Beginn der Skisaison. Häufig, aber nicht immer, sind sogar schon Abfahrten bis in die Täler möglich. Jetzt zu Winterbeginn kann es allerdings sein, dass der Schnee tagsüber ein wenig antaut und dabei an Qualität verliert. Im Vergleich ist es in der Schweiz etwas kälter und schneereicher als in Österreich – bei gleicher Höhenlage, versteht sich. Die Zahl der hervorragenden Skigebiete ist so hoch, dass sich an dieser Stelle eine Aufzählung erübrigt.

Großbritannien, Irland: Die nasskühle Witterung der britischen Inseln ist jetzt nur bedingt urlaubstauglich. Die tauglichen Skigebiete liegen im Wesentlichen in Schottland, die Saison beginnt nicht vor Mitte Dezember, da erst dann genügend Schnee zu erwarten ist.

Norwegen, Schweden, Finnland: Anfang Dezember ist der Winter normalerweise in ganz Skandinavien angekommen. Ausnahmen bilden das südlichste Schweden rund um Malmö sowie die norwegische Westküste. Dank des Golfstroms bleibt die Nordsee während des gesamten Winters eisfrei. Generell gilt aber: Je weiter man in den Norden fährt, desto kälter wird es. In der beginnenden Polarnacht oberhalb des Polarkreises erwarten den Winterurlauber nur noch wenige Sonnenstrahlen – ein faszinierender, aber auch gewöhnungsbedürftiger Zustand.