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Orangerie Herrenhausen


Der Hallenbau der Orangerie erstreckt sich parallel zum Galeriegebäude. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein diente er als Überwinterungshaus für Orangen- und Lorbeerbäume und andere nicht winterharte Pflanzen. Den ursprünglichen Bau hatte Johann Christian Boehme 1723 vollendet. Schon 16 Jahre darauf ersetzte der Architekt Heumann das Fachwerk größtenteils durch massiven Stein. 1823 gab Baumeister Laves der Orangerie ihre heutige klassizistische Fassade.

Die ersten Kübelpflanzen kamen 1653 aus Venedig in den Großen Garten, die ersten Orangen folgten zwei Jahre später. Aus dieser Zeit besitzt Herrenhausen noch heute einen Granatapfelbaum. Zunächst überwinterten die Pflanzen im Galeriegebäude. In den folgenden Jahrzehnten überführte man eine Vielzahl von aufgelösten Orangerien nach Hannover. Die stetig wachsende Sammlung zählte im Jahr 1720 über 600 Pflanzen. In der Galerie aber fand sich nicht mehr genügend Platz, zudem benötigte man ihren Saal für Festveranstaltungen. Also musste man eine neue Orangerie errichten.

Im Jahr 1969 entstand westlich der Graft ein neues 13 Meter hohes Überwinterungshaus aus Glas. Für das 18. Jahrhundert wäre, angesichts des absolutistischen Repräsentationsanspruches, eine solch funktionale Lösung kaum denkbar gewesen. Heute wird die Orangerie als Ausstellungsraum und für Festlichkeiten genutzt.





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