Galeriegebäude im Großen Garten
Der lang gestreckte Bau der Galerie bildet den architektonischen Schwerpunkt des Gartens. Er wurde von 1694 bis 1698 durch Brand Westermann errichtet, nach Vorlagen der Architekten Wachter und de Münter. Der prächtige Festsaal wird für Ausstellungen, Musik- und Theaterveranstaltungen genutzt. Ursprünglich war das Galeriegebäude nur als Orangerie geplant. Nach der Hälfte der Bauzeit änderte man aber - auf Anregung der welfischen Kurfürstin Sophie - seine Zweckbestimmung. Nun wurde der fast 80 Meter lange Orangeriesaal nach italienischen und französischen Vorbildern zum Festsaal ausgebaut. In den beiden seitlichen Flügeln entstanden je sechs Wohnräume. Der Venezianer Tommaso Giusti entwarf die Innendekoration und schmückte Saal und Wohnräume mit Fresken. Die Decke des Festsaals zeigt ein verschlungenes, manieristisches Stuckornament. Im größten barocken Freskenzyklus Norddeutschlands zeigen die Wände Szenen der Äneas-Sage. Die 14 Büsten römischer Kaiser stammen wohl aus dem Italien des 16. Jahrhunderts. Während der allsommerlichen Hofhaltung in Herrenhausen bewohnte Sophie den Westflügel der Galerie, von 1700 bis zu ihrem Tod im Jahr 1714. Das "Sophienzimmer" im Galeriegebäude, das ihr als Schlafgemach diente, ließ sie 1706 zu einem sehenswerten Spiegelkabinett umgestalten. Den Ostflügel bewohnte Prinz Georg August, der spätere König Georg II., mit seiner Gemahlin. Ursprünglich hatte man die Gemächer für Kurfürst Ernst August eingerichtet, der aber im Jahr 1698 verstarb. |
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