Radmuttern nachziehen mit Drehmomentschlüssel

Wenn es um Schrauben oder Radmuttern geht, ist Fingerspitzengefühl nicht genug. Nur mit Hilfe eines Drehmomentschlüssels ist es möglich, ein Autorad wirklich vorschriftsmäßig zu montieren oder nachzuziehen. Dieses ideale Werkzeug sorgt dafür, dass die Muttern weder zu lose noch zu fest angezogen werden. Auch Hobbybastler mit geringer Erfahrung können bequem mit einem Drehmomentschlüssel arbeiten.

Drehmomentschlüssel vor dem Einsatz – domilo122 / pixelio.de

Was kann der Schlüssel?

Drehmomentschlüssel messen zu jedem Zeitpunkt die „Drehmoment“ genannte Anzugskraft, die auf eine Schraube oder Mutter einwirkt. Der Benutzer kann individuell einstellen, welches Drehmoment angewendet werden soll. Das praktische Werkzeug meldet sich beispielsweise akustisch oder optisch, wenn der gewünschte Wert erreicht oder überschritten wurde. Viele Drehmomentschlüssel signalisieren dies mit einem lauten Knacken.

Der lange Griff des Werkzeugs dient der leichteren Kraftübertragung, ebenso wie die Ratsche im Knarrenkopf. Auch diese Vorteile bietet ein einfaches Radkreuz nicht.

Worauf sollte man beim Kauf eines Drehmomentschlüssels achten?

Die Schlüssel gibt es in Fachhandel und Onlineshops in zahlreichen Ausfertigungen und Komfortstufen. Besonders wichtig sind folgende Kriterien:

  • Arbeitsbereich zwischen 30 und 200 Nm: Das Drehmoment wird üblicherweise in Newtonmetern angegeben. Wenn der Bereich breit genug ist, lässt sich der Schlüssel für zahlreiche Einsatzgebiete verwenden (und nicht alleine für Radmuttern).
  • Messtoleranz unter 4 Prozent: Der Drehmomentschlüssel muss zuverlässig mit hoher Genauigkeit arbeiten. Ist die Toleranz nach oben oder unten zu groß, sind im Ergebnis die Schrauben/Muttern falsch angezogen.
  • Links- und Rechtsanzug: Um störungsfrei mit dem Werkzeug arbeiten zu können, muss es sich gut in Position bringen lassen. Das funktioniert nur, wenn sich bei Bedarf die Drehrichtung wechseln lässt.
  • „Auslösender“ Drehmomentschlüssel: Sinnvoll und leicht zu bedienen sind sogenannte „auslösende“ Schlüssel, die hörbare Signale von sich geben. Elektronisch anzeigende Modelle eignen sich dagegen weniger für den Hobbybastler.

Eine Investition in einen hochwertigen Schlüssel erleichtert auf jeden Fall die Arbeit. Beim Onlinehändler Contorion gibt es einfache, aber taugliche Modelle schon für weniger als Hundert Euro. Für ein hoch professionelles Werkzeug, wie es auch ich Autowerkstätten zum Einsatz kommt, kann man selbstverständlich deutlich mehr ausgeben. Contorion hat mehr als 300.000 Produkte im Angebot und beliefert Privat- und Firmenkunden.

Hat mein Rad ’ne Schraube locker?

Wurden die Radmuttern mit Hilfe eines Drehmomentschlüssels angezogen, sollten sich diese im Normalfall nicht wieder lösen. Autowerkstätten fordern ihre Kunden dennoch auf, die Muttern nach 50 bis 100 Kilometern Fahrleistung nachzuziehen bzw. nachziehen zu lassen. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme und hat vor allem haftungstechnische Gründe.

Sollte sich – entgegen jeder Erwartung – dennoch ein Rad lockern, geschieht dies nicht unbemerkt: Die Schrauben verursachen laute Klopfgeräusche. Dann ist es höchste Zeit, die Räder wieder festzuziehen. Dazu muss das Auto zunächst auf festem Boden mit gezogener Handbremse stehen. Dann lassen sich die Muttern (immer paarweise diagonal) im Uhrzeigersinn anziehen – bis der Drehmomentschlüssel knarrt.

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