Portugiesische Küche

Miesmuscheln in Weißweinsoße © Deutsche See Fischmanufaktur

Miesmuscheln in Weißweinsoße © Deutsche See Fischmanufaktur

Reichlich Fisch und Fleisch in unzähligen Variationen, deftige Eintöpfe und raffinierte Süßspeisen: das ist die portugiesische Küche. Einige Parallelen zur spanischen Kochkunst sind kaum zu übersehen und angesichts der geographischen Nähe sehr plausibel. Allerdings betonen die meisten Spanier und Portugiesen lieber die Unterschiede zwischen den Nationen als die Übereinstimmungen. Daher bleibt festzuhalten, dass in portugiesischen Bars und Gaststätten keine (typisch spanischen) Tapas auf den Tisch kommen, dafür noch mehr Fischgerichte wie beispielsweise der Bacalhau genannte Stockfisch.

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Frühstück

Wie in vielen südeuropäischen Ländern ist das Frühstück (pequeno almoço) auch in Portugal eine knappe, aber wohlschmeckende Mahlzeit. Der Portugiese begnügt sich mit einem Kaffee plus einem Gebäckteil, zum Beispiel einem Butterhörnchen mit Marmelade oder einem Toast. Die Auswahl an Kaffee- und Gebäckspezialitäten ist vielfältig. Besonders beliebt ist der galão, ein Milchkaffee auf Espresso-Basis. Herzhafte oder gar warme Speisen am Morgen werden fast nur in der touristischen Gastronomie serviert.

Mittag- und Abendessen

Die beiden Hauptmahlzeiten der portugiesischen Küche finden ganz eindeutig mittags und abends statt. Das Essen ist in der Regel kalorienreich, mit reichlich Olivenöl zubereitet, und kommt warm auf den Tisch. Dazu passt ein portugiesischer Weißwein oder Vinho Verde. Ein kaltes Abendbrot nach deutschem Vorbild käme kaum einem Portugiesen in den Sinn. Auch vegetarische Gerichte finden sich nur selten auf dem Speiseplan.

Ein populäres Fleischgericht ist bife (Rindersteak), aber auch Ziegen- und Lammfleisch werden gerne verarbeitet. Die wohl reichhaltigste Nahrungsquelle ist der Atlantische Ozean: Von dort wandern Miesmuscheln, Venus- und Entenmuscheln, Langusten, Tunfisch, Schwertfisch, Seezunge und zahlreiche weitere Meeresfrüchte frisch auf die Teller. Fleisch und Fisch haben in der traditionellen Küche entweder eine Reisbeilage oder sind die Hauptkomponenten in einem Eintopf (ein Rezept für eine mediterrane Muschelsuppe gibt es hier).

Die üblichen Essenszeiten für das Mittagsmahl liegen etwa zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr. Ab 19.30 Uhr öffnen die nicht-touristischen Restaurants für das Abendessen – die meisten Portugiesen kommen aber nicht vor 20.30 Uhr.

Kulinarischer Sprachführer Portugiesisch

  • Almoço: Mittagessen
  • Ameijoas: Muscheln
  • Arroz: Reis, das Grundnahrungsmittel in Portugal
  • Atum: Tunfisch
  • Azeitonas: Oliven
  • Bacalhau: Stockfisch aus Kabeljau – das heimliche Nationalgericht
  • Bica: Espresso
  • Bife: Rindersteak
  • Borrego: Lammfleisch
  • Broa: Maisbrot
  • Cabrito: Fleisch von Zicklein
  • Caldo verde: Kartoffelcremesuppe aus Nordportugal
  • Caldeirada: Fischeintopf mit verschiedenen Fischsorten, Tomaten, Kartoffeln und Zwiebeln
  • Cerveja: Bier
  • Cataplana: Muscheleintopf
  • Ceia: Nachtessen (bis zwei Uhr nachts)
  • Choco: kleiner Tintenfisch
  • Espada: Degenfisch (Tiefseefisch von der Insel Madeira)
  • Espardarte: Schwertfisch
  • Feijoada: Bohneneintopf
  • Galão: Milchkaffee
  • Jantar: Abendessen
  • Mariscos: Sammelbegriff für „Meeresfrüchte“
  • Mexilhões: Miesmuscheln
  • Pastéis de Nata: Törtchen aus Blätterteig
  • Pastelaria: Konditorei
  • Queijo: Käse
  • Santolas: Meeresspinnen (bestimmte Krabbenarten)
  • Sardinhas: Sardinen
  • Linguado: Seezunge
  • Sobremesas: Nachspeisen in mannigfaltiger Auswahl
  • Pequeno Almoço: Frühstück
  • Ovos: Eier bzw. Eiergerichte
  • Robalo: Wolfsbarsch
  • Vinho branco: Weißwein
  • Vinho do Porto: Portwein, ein Likörwein aus dem Douro-Tal
  • Vinho tinto: Rotwein
  • Vinho Verde: „Grüner Wein“, Wein aus dem Nordwesten Portugals
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