Sind Autoreisen und Umweltbewusstsein ein Widerspruch in sich? Wir meinen, nein. Unbestritten fügen Autoabgase der Umwelt einen Schaden zu. Aber es gibt tausend gute Möglichkeiten, auf die Belange von Natur und Menschen zu achten: Bei der Anreise, im Hotel, am Strand und überall dort, wo etwas gekauft, verbraucht oder weggeworfen wird.
Umweltschonende Anfahrt
Wie man beim Autofahren die Umwelt schonen und gleichzeitig sogar Sprit sparen kann, sollte sich weitgehend herumgesprochen haben. Hier einige wichtige Tipps in Kurzfassung:
- Der Bleifuß auf der Autobahn verbietet sich von selbst.
Wer nicht an die Grenzen seines Fahrzeugs geht, vermindert den
Schadstoffausstoß erheblich.
- Der richtige Reifendruck, am besten knapp über den
Herstellerangaben, verringert den Rollwiderstand und damit den Spritverbrauch.
- Frühzeitiges Hochschalten der Gänge und untertouriges
Fahren hat besonders viel Effekt. Entgegen anders lautender Fehleinschätzungen
schadet das nicht dem Motor.
- Dachgepäckträger, Skiboxen usw. erhöhen den
Luftwiderstand deutlich und treiben den Spritverbrauch in die Höhe. Überprüfen
Sie also, ob Sie die Fahrräder oder Skier wirklich mitnehmen müssen oder
besser am Urlaubsort mieten können.
- Auch wenn Sie im Urlaub einen Mietwagen nutzen, sollten Sie auf den Spritverbrauch des Fahrzeugs achten. Meistens reicht ein sparsamer Kleinwagen völlig aus.
Umweltbewusste Hotels
Wenn Sie zum ersten Mal einen Urlaubsort oder in ein Hotel besuchen, können Sie nur schwer entscheiden, ob ein Haus ökologisch sinnvoll handelt oder nicht. Verschiedene Gütesiegel und Labels sollen daher dem Gast schon vor seiner Buchung eine Entscheidungshilfe gehen. Hier eine Auswahl:
In zahlreichen Einzelpunkten zeigt sich, wie ernst ein Hotel oder ein anderer Übernachtungsbetrieb den Umweltschutz nimmt. Internationaler Standard ist mittlerweile, dass Handtücher nicht täglich gewaschen, sondern nur nach Bedarf gewechselt werden. Weitere Kriterien sind zum Beispiel:
- Es gibt gezielte, meist technische Maßnahmen zum
Wasser- und Abwassersparen, beispielsweise eine Sparspülung in der Toilette
oder moderne Duschköpfe.
- Der Betrieb versucht Müll zu vermeiden. Dazu zählt der
Verzicht auf Einwegverpackungen. So kann die Frühstücksmarmelade im Schälchen
statt in der üblichen Plastikbox gereicht werden.
- Wenn möglich, wird der Müll getrennt. Das ist
allerdings nur in Ländern mit funktionierendem Verwertungssystem von Belang.
In vielen Urlaubsländern wäre eine solche Maßnahme leider wirkungslos.
- Das Hotel spart Energie. Das geht zum Beispiel durch
Wärmedämmung, moderne Heizanlagen, Pumpen und Kühlschränke. Elektroheizungen
sind große Stromfresser, aber auch der tagelange Stand-by-Betrieb von
Fernsehern ist unnötig.
- Viele Speisen und Getränke stammen aus der Umgebung und
wurden nicht über hunderte von Kilometern antransportiert. Dies erfordert vom
Gast natürlich, dass er sich auf die heimische Küche einlässt und in Spanien
auf ein deutsches Bier verzichten mag. Manche Hotels arbeiten speziell mit
Biohöfen aus der Region zusammen.
- Die verwendeten Reinigungsmittel sind weitgehend
biologisch abbaubar und belasten Wasser und Boden möglichst wenig. Dies dürfte
in vielen durchschnittlichen Hotels ein frommer Wunsch bleiben.
- In der Gartenanlage kommen keine Pestizide und möglichst kein Kunstdünger zum Einsatz.
Besonders nachhaltig ist der ökologische Ansatz dann, wenn der Übernachtungsbetrieb nach innen und außen kommunikationsstark ist: Das Personal bekommt Schulungen, um die entscheidenden Kriterien zu verinnerlichen - und die Gäste erhalten Tipps für eine attraktive und umweltgerechte Freizeitgestaltung.
(Foto: © PIXELIO)