Die Alhambra in Granada – Weltkulturerbe der UNESCO

Die Alhambra im Süden Spaniens zählt zu den bekanntesten Bauwerken Europas; die Palaststadt liegt auf dem Hügel Sabika in der Stadt Granada oberhalb des Flusses Darro. Der Name stammt wahrscheinlich von den rötlichen Festungsmauern (arabisch „Al-Hamra“), die mit Ziegeln aus der Umgebung errichtet wurden. Der Gesamtkomplex der Alhambra umfasst ca. 130 000 m², er enthält sowohl muslimische (Alcazaba, Nasridenpaläste, Generalife) als auch christliche Anteile (Palast Carlos V., Iglesia Santa Maria). Vor einem Besuch des Bauwerkes sollte man sich die Alhambra Tickets vorbestellen, da es direkt vor Ort nicht garantiert ist noch Karten zu bekommen.

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Nach archäologischen Hinweisen war der Alhambra-Hügel bereits in vorrömischer Zeit besiedelt; die Mauren errichteten hier eine erste Burganlage, die ab dem 9. Jahrhundert als „Elvira-Festung“ urkundlich belegt ist. Im 13. Jahrhundert begründete Mohamed I. die Dynastie der Nasriden und begann mit dem Bau einer Zitadelle, die von seinen Nachfolgern ständig erweitert wurde; im Jahr 1492 eroberten die spanischen Könige die gesamte Burg. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung verlassen und verfiel, erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts finden Restaurierungsarbeiten statt.

Die Alcazaba ist der älteste Teil des Komplexes mit Burgmauer und drei stark befestigten Türmen, sie diente v.a. militärischen Zwecken; von dem Torre de la Vela hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und die Sierra Nevada.

Nach der Fertigstellung der Nasridenpaläste (= Palacio Real) zogen die Herrscher dorthin um; die Paläste wurden sowohl als private Wohnräume als auch zur Repräsentation und für Staatsgeschäfte genutzt. Diese Anlage wurde v.a. unter Yusuf I. und Mohamed V. im 14. Jahrhundert erbaut und erweitert. Die einzelnen Gebäude sind durch Innenhöfe (Patios), Galerien und Gärten verbunden, sie enthalten unzählige sehenswerte Bauteile und Verzierungen wie z.B. das Goldene Zimmer, den Saal der Botschafter oder den Löwenhof; auch das Wasser als gestalterisches Element wurde bei dem Bau mit einbezogen.

Als eines der bedeutendsten Bauwerke des Maurischen Stils in Europa wurde die Alhambra 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Autor: Benedikt Dreyer

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