Glühkerzen wechseln bei Diesel-Fahrzeugen

Glühkerze

Neue Glühkerze fertig für den Einsatz © Tyrone Adams via Flickr, Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode

Wenn im Winter das Auto nicht anspringen will, liegt es nicht immer an einer schwächelnden Batterie. Bei Dieselfahrzeugen kann auch eine defekte Glühkerze Schuld sein. Aufgabe eine Glühkerze (nicht zu verwechseln mit einer Zündkerze) ist es eigentlich, den Brennraum des Motors in Sekundenschnelle vorzuheizen. Versagt diese „Heizung“, kann der kalte Dieselkraftstoff nur schwer zünden. Da hilft nur, die Kerze zu wechseln.

Glühkerzen: Aufgabe und Typen

Die meisten Dieselfahrzeuge verfügen über eine Glühkerze pro Zylinder, manchmal auch über zwei. Ihre Arbeit verrichten die Kerzen kurz vor, während und kurz nach dem Startvorgang: Sie enthalten eine Heizspule, die von der Autobatterie mit Strom versorgt und so auf Temperaturen oberhalb von 1100 Grad gebracht wird. Die heiße Kerze erwärmt die Umgebungsluft, den Kolben und den Brennraum. Bei modernen Kerzen dauert es meist nur zwei bis fünf Sekunden, bis eine gute Betriebstemperatur für den Motor erreicht ist. Nur bei winterlichen Minusgraden kann sich dieses Vorglühen um weitere Sekunden verlängern.

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Nach dem Start glühen die Kerzen meist mehrere Minuten nach. Auf diese Weise verbessert sich die Kraftstoffverbrennung während der Aufwärmphase des Motors. Die Folge: Der Dieselmotor läuft ruhiger, rußt weniger und erzeugt weniger schädliche Verbrennungsprodukte. Dies zeigt sich in einer geringeren sichtbaren Rauchentwicklung am Auspuff.

Im Handel sind viele verschiedene Modelle an Glühkerzen erhältlich. Sie unterscheiden sich unter anderem im Ampere-Wert und in den Abmessungen. In den vergangenen Jahren sind die Glühkerzen nicht nur immer leistungsfähiger, sondern auch kleiner geworden. Neben metallischen Kerzen sind Keramikkerzen weit verbreitet. Günstige Glühkerzen sind schon für weniger als zehn Euro pro Stück zu haben.

Wie Glühkerzen wechseln?

Die Lebenserwartung einer Glühkerze ist von ihrer Qualität, aber auch von der Fahrzeugnutzung abhängig (höherer Verschleiß durch Kurzstrecken). 80.000 bis 100.000 Kilometer ist ein guter Durchschnittswert. Ob eine Glühkerze tatsächlich kaputt ist, kann ein Fachmann meist daran messen, wie viel Strom noch durch dieses Bauteil fließt. Liegt ein Defekt vor, sollten immer alle alten Kerzen ersetzt werden.

Zum Ausbau und Wechseln der Kerzen sind Spezialwerkzeug sowie ein gewisses technisches Geschick erforderlich. Ist beides vorhanden, kann man die Glühkerzen auch selbst austauschen, ohne die Hilfe einer Fachwerkstatt. Dazu muss in der Regel die Batterie abgeklemmt sowie die Einspritzleitungen gelöst werden. Die Kerzen lassen sich mit geeignetem Werkzeug vorsichtig herausdrehen, nachdem möglicherweise vorhandener Rost gelöst wurde. Läuft alles nach Plan, ist der Dieselmotor nach etwa zwei Stunden Arbeit wieder fit für den Kaltstart.

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