Flugdauer – wann ist das Auto schneller?

Flugtafel

Flugtafel am Flughafen Berlin-Schönefeld – eigenes Foto

Spanien oder Italien, Kroatien oder Griechenland: Bei vielen Reisezielen stellt sich die Frage, ob das Auto oder das Flugzeug besser zur Anreise geeignet ist. Ein entscheidendes Kriterium ist die Brutto-Flugdauer, inklusive aller Reise- und Wartezeiten.

Wer mit dem Auto auf Urlaubsreise geht, kann als Faustformel damit rechnen, rund 100 Kilometer in der Stunde voranzukommen. Zwar ist die übliche Reisegeschnwindigkeit auf deutschen Autobahnen wesentlich höher, aber Baustellen, kleinere Staus sowie die notwendigen Erholungspausen senken den erreichbaren Stundenschnitt.

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Eine realistische Betrachtung der Flugdauer ist komplizierter, da sich die Reisezeit aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt:

  • Kernzeit ist die Netto-Flugdauer, wie sie von den Fluggesellschaften angesetzt wird. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit hängt unter anderem von der Entfernung ab, da die Flugzeuge während der Start- und Landephase deutlich langsamer fliegen. Auf Kurzstrecken von wenigen Hundert Kilometern ist die Flugzeit also verhältnismäßig hoch.
  • Die wenigsten Flugurlauber wohnen in der Nähe eines internationalen Flughafens. Daher ist eine An- und Abreise zum Flughafen notwendig. Je nach Lage ist eine einstündige Fahrt absolut üblich. Bei ungünstigen Konstellationen müssen die Urlauber sogar am Vorabend zum Flug anreisen.
  • Im Normalfall werden die Flugreisenden angehalten, mindestens 1,5 Stunden vor dem Flugtermin am Flughafen zu sein. Häufig erhöht sich diese unvermeidliche Wartezeit weiter durch Flugverspätungen.
  • Im Anschluss an die Landung dauert es oft eine halbe Stunde oder länger, bis der Reisende im Besitz seines Gepäcks ist und den Flughafen verlassen hat. Und zuletzt erweist sich auch der Transfer zur Hotelunterkunft als erheblicher zusätzlicher Zeitfresser – egal, ob man einen Mietwagen buchen muss oder auf den Shuttlebus wartet.

Zeitvergleich:

Neben der Netto-Flugdauer benötigt der Flugurlauber weitere drei bis vier Stunden für Transfers und Wartezeiten, um sein Ziel zu erreichen. Auf diese Weise werden aus der „offiziellen“ Dauer von zwei Stunden (zum Beispiel für die Strecke Frankfurt – Rom) schnell fünf Stunden oder mehr.

Insbesondere bei (scheinbar) kurzen Flügen von weniger als einer Stunde, ist der Zeitvorteil für Urlauber letztlich gering. Auf diesen Distanzen ist das Auto also nicht nur billiger, sondern auch flexibler und damit schneller. Aber auch bei Flugzeiten zwischen einer und zwei Stunden können viele Urlauber mit Recht überlegen, ob der höhere Preis einer Flugreise den vergleichsweise geringen Zeitgewinn rechtfertigt.

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