Was deutsche und internationale Nummernschilder verraten

Kreativ beklebtes Nummernschild - © Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Kreativ beklebtes Nummernschild – © Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio.de

Vor allem zur Urlaubszeit wird es bunt auf den Straßen Europas. Dann mischen sich die Autos aus vielen Ländern und noch mehr Städten und Zulassungsbezirken. Um zu wissen, welches Auto woher stammt, reicht oft ein kurzer Blick – wenn man weiß, worauf man achten muss.

Innerhalb der Europäischen Union ist das Euro-Kennzeichen gebräuchlich. Es trägt auf der linken Seite das Nationalitätskennzeichen, zusammen mit dem Sternensymbol der EU. Dieses Kennzeichen wird neben der EU auch in der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island anerkannt. Wer mit einem älteren Auto ohne Euro-Kennzeichen verreist oder im Nicht-EU-Ausland unterwegs ist, braucht ein zusätzliches Nationalitätszeichen als ovalen Aufkleber.


Deutschland

Die üblichen deutschen Nummernschilder tragen eine schwarze Schrift auf weißem Grund. Die Schrift besteht aus einem Kürzel für die jeweilige lokale Zulassungsbehörde und einer individuellen Zahlen-Buchstaben-Kombination. Einen Überblick über die regionale Zuordnung der Straßenverkehrsbehörden, also über die Herkunft der Fahrzeuge, gibt es hier bei auto-reise-welt.de. Was viele Autobesitzer nicht wissen: Die individuelle Zahlen-Buchstaben-Kombination kann man bei jeglichen deutschen Autokennzeichen (innerhalb gewisser Grenzen) frei wählen.

Großbritannien

Die Nummerschilder von der britischen Insel unterscheiden sich farblich, je nachdem, ob sie hinten oder vorne am Auto montiert sind. Die vorderen Kennzeichen tragen – ähnlich wie in Deutschland – schwarze Schrift auf weißem Grund, die hinteren Kennzeichen schwarze Schrift auf gelbem Grund. Dabei verrät der ersten der beiden Anfangsbuchstaben die Herkunftsregion des Autos. Beispielsweise steht „L“ für London, „S“ für Schottland und „C“ für Cymru (=Wales). Die nachfolgende zweistellige Zahlenkombination nennt (mit kleinen Abweichungen) das Jahr der Erstzulassung, wobei ab einer Zulassung im September der Wert 50 zu dem Jahr addiert wird.

Frankreich

Seit Ende 2009 haben neu zugelassene Autos in Frankreich vorne wie hinten ein Nummernschild mit schwarzer Schrift auf weißem Grund. Früher zugelassene Fahrzeuge tragen meistens hinten ein schwarz-gelbes Kennzeichen. Das vermutliche Herkunftsgebiet eines Fahrzeugs lässt sich seit 2009 nicht mehr an der Zahlen-Buchstaben-Folge selbst erkennen, sondern nur noch an einem gesonderten Symbolfeld am rechten Rand des Nummernschilds. Hier ist das Logo einer französischen Region sowie der Zahlencode eines Départments abgebildet: Aber Achtung: Grundsätzlich dürfen die Franzosen die „Herkunft“ des Autos völlig willkürlich wählen.

Niederlande

Die niederländischen Kennzeichen tragen eine schwarze Schrift auf gelbem Hintergrund. Sie zeigen eine Kombination aus einem Zahlenpaar und zwei Buchstabenpaaren. Anhand dieser Kombination ist allerdings keinerlei Rückschluss auf die regionale Herkunft eines Fahrzeugs möglich.

Österreich

Die österreichischen Kfz-Kennzeichen werden nach einem ähnlichen Schema wie die deutschen vergeben. Das Kennzeichen beginnt stets mit einem oder zwei Buchstaben, die für einen Verwaltungsbezirk oder eine Stadt stehen. So ist Salzburg an einem „S“ zu erkennen, Wien an einem „W“ und Graz an einem „G“. Die weißen Nummernschilder sind schwarz beschriftet und tragen zusätzlich rote Striche am oberen und unteren Rand.

Italien

Wie in Frankreich lässt sich auch auf dem italienischen Nummernschild nur unter bestimmten Umständen die regionale Herkunft des Fahrzeugs entschlüsseln. Während die amtliche Kombination aus insgesamt vier Buchstaben und drei Zahlen überhaupt keine Rückschlüsse erlaubt, kann aber in einem Extrafeld am rechten Rand eines der über 100 Provinzkürzel vermerkt werden. Der Autobesitzer ist aber nicht dazu verpflichtet, diese Kennung vorzunehmen.