Mit Blind Booking beim Hotelzimmer sparen

Urlaubskasse - © Thomas Siepmann / pixelio.de

Urlaubskasse – © Thomas Siepmann / Pixelio.de

Glückshotels sind out – „Blind Booking“ gehört die Zukunft. Das ist jedenfalls die Vision, die eine neue Art von Buchungsplattformen an die reisefreudige Kundschaft bringen möchte. Doch wie funktioniert Blind Booking eigentlich in der Praxis? Und für wen taugt dieses neue Sparmodell überhaupt?

Ein Auge zugedrückt

Eines vorweg: Ganz blind ist das „Blind Booking“ gar nicht – zum Glück für die Urlauber. Wer bei www.surprice-hotels.com ein Hotel sucht, erfährt ziemlich viel über die angebotenen Unterkünfte: Zahl der Hotelsterne, Kundenbewertung, Ausstattung und ungefähre Lage sind kein Geheimnis. Nur der Hotelname, so lautet das Geschäftsprinzip, wird erst nach der Buchung verraten. Der Kunde ist also nicht blind, sondern schlimmstenfalls einäugig. — Update 2018: Das Angebot von Surprice-Hotels wurde offenbar eingestellt.

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Für die Unsicherheit, die der Hotelurlauber in Kauf nehmen muss, wird er mit kräftigen Preisnachlässen belohnt. Bis zu 60 Prozent billiger als üblich sind die Unterkünfte. Möglich ist der außergewöhnliche Rabatt, weil es sich sozusagen um Restposten handelt – um freie Hotelzimmer, die zum Normalpreis nicht gebucht worden sind. Aber auch für die Hoteliers ist der Deal offenbar ein Geschäft. Denn durch Blind Bookings können sie ihre Leerstände diskret verringern, ohne damit hausieren gehen zu müssen.

Wo ist der Haken?

Beim Blind Booking muss niemand auf gepackten Koffern sitzen, obwohl eine gewisse Spontanität durchaus hilfreich ist. Gerade bei kurzfristigen Hotelbuchungen ergibt sich das typische Problem, einen passenden Flug zu finden. Im schlimmsten Fall zahlt der Urlauber beim Flug das wieder drauf, was er beim Hotel gespart hat.

Auch für Menschen, die sehr genaue Vorstellungen von ihrem Hotel haben, ist Blind Booking offenkundig eher ungeeignet. Das größte Hemmnis dürfte allerdings psychologischer Natur sein: Wer (trotz der Rabatte) eine erhebliche Summe in den eigenen Urlaub oder in eine Städtereise investiert, neigt oft genug zum Perfektionismus und möchte nichts dem Zufall überlassen.

Eine Besonderheit dieser Sparreisen ist der Reiserücktritt. Um das Geschäftsprinzip abzusichern, ist eine Stornierung ausgeschlossen. Alle anderen Urlauberrechte rund um die Reiseleistungen sind selbstverständlich garantiert. SURPRICE Hotels ist sogar TÜV-zertifiziert.

Blind Bookings für Flüge

Wem es dagegen überhaupt nichts ausmacht, die „Katze im Sack“ zu kaufen, der darf Blind Bookings bei Billigflügen ausprobieren. Auf diesem Weg will beispielsweise die Fluglinie Germanwings zusätzliche Passagiere gewinnen (Stand 2014). Hier bleibt dem Urlauber nur eine grobe Vorauswahl des Reiseziels – alles andere ist Glückssache. Oder auch mal Pech.

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