Auto-Konzerte auf Siegeszug in der Coronakrise

Not macht erfinderisch – und das Coronavirus manchmal auch: Auto-Konzerte sind die ultimative Antwort auf die aktuellen Veranstaltungsverbote. Autokinos überall in Deutschland haben sich auf das neue Format eingeschossen.

autokino

Autokino – Foto: Clemens Mirwald / pixelio.de

Geschützter Spaß

Getreu dem Motto „My car is my castle“ garantiert ein Auto-Konzert alles, um den strengen Abstandsregeln genüge zu tun: kein Gedrängel, kein heißer Atem im Nacken, sondern allenfalls ein bisschen Kuscheln mit dem Lieblingsmenschen. Sogar der Sound kommt nicht durchs offene Fenster, sondern per Ultrakurzwelle aus dem Autoradio.

Dies ist schon der zweite Schub, den Corona den deutschen Autokinos beschert. Denn was ist die natürliche Bestimmung eines Autokinos? Natürlich Filme zu zeigen. Und da auch die deutschen Kinos seit Mitte März geschlossen sind, haben die Autokino-Betreiber ihr Marktchance ergriffen. Aus dem nostalgischen Kinovergnügen, das in den 1950er-Jahren erblühte und hierzulande einige treue Fans hatte, wurde ein massentaugliches Medium. Und jetzt ist das völlig unerwartete Revival um eine neuartige Facette reicher – eben das Autokonzert.

Autokonzert-Hochburgen in NRW

Knapp zwei Dutzend deutsche Autokinos haben die Saure-Gurken-Zeit überdauert, bis nun das Coronavirus kam. Etwa genauso viele Spielstätten wurden in Windeseile zusätzlich eingerichtet, um den Menschen cineastische, musikalische und vor allem virenfreie Zerstreuung zu bieten. Die Autokino-Landschaft reicht von Berlin bis Köln, von Dortmund bis Leipzig. Besonders groß ist die Dichte im Ruhrgebiet. In Hannover haben Terry Hoax, Sido und Fury in the Slaughterhouse schon Line-Konzerte angekündigt.

Ob Autokonzerte nur eine Marotte unserer ganz besonderen Gegenwart bleiben? Mag sein. Aber vielleicht bekommen die Leute von heute ja Lust auf diese alte, neue Art von Gemeinsamkeit. Das wäre mal eine anregende „neue Normalität“.

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